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Lebensgeschichten

Unsere Lebensgeschichten offenbaren wie wir waren, was geschah und wie wir heute sind. Daher sind für mich als Abhängiger die Lebensgeschichten von Betroffenen wichtig, da diese mein Leben spiegeln.

Die Lebensgeschichten berühren mich, machen betroffen und führen letztendlich zu mir selbst zurück. Ich kann mich mit den Lebensgeschichten der Betroffenen identifizieren. Die Lebensgeschichten zeigen mir wo ich stehe, inwieweit sich mein Leben in der Trockenheit verändert hat.

Die Lebensgeschichten lassen in mir Dankbarkeit aufkommen, machen Mut und geben Hoffnung, dass es möglich ist, eine Lebensform ohne Suchtmittel missbrauchen zu müssen, zu finden.

Die Lebensgeschichten der Betroffenen lassen mich nicht vergessen dass ich Alkoholiker bin, dass ich eine absolut tödliche Krankheit in mir habe, die nur zum Stillstand gebracht werden kann. Die Lebensgeschichten erinnern mich auch daran, dass ich Hilfe benötige und diese in den Selbsthilfegruppen finden kann. In den folgenden Lebensgeschichten wird dies deutlich.

    Lebensgeschichte von Dr. Paul
    Dieser Arzt dachte, er wäre nicht abhängig - er verschrieb sich nur medizinisch indizierte Medikamente für seine vielen Leiden. Akzeptieren war sein Schlüssel zur Befreiung.

    Wenn es jemals einen Menschen gab, der aus Versehen zu A.A. kam, dann war ich derjenige. Ich gehörte einfach nicht hierher. Selbst in meinen kühnsten Träumen wäre ich nie auf den Gedanken gekommen, dass ich gut und gern ein Alkoholiker sein könnte. Auch meine Mutter hatte in meiner Jugend nicht ein einziges Mal eine Anspielung darauf gemacht, ob ich wohl gerne Präsident der A.A. werden möchte. Nicht nur, dass ich weit davon entfernt war, zu glauben, es sei eine gute Idee, ein Alkoholiker zu sein - ich hatte auch überhaupt nicht das Gefühl, ein besonders großes Problem mit dem Trinken zu haben! Selbstverständlich hatte ich Probleme - alle möglichen Probleme. "Wenn Du die Probleme hättest, die ich habe, dann würdest Du auch trinken," sagte mein Gefühl.
    [ hier die ganze Lebensgeschichte von Dr. Paul ]

    Lebensgeschichte von Stefan
    Hallo heiße Stefan und bin Al-Anon bzw. Al-Ateen. Und möchte euch gerne meine Geschichte erzählen die ich bis jetzt so erleben „DURFTE“. Ich bin mittlerweile 24 Jahre alt und wohnhaft in der Nähe von Wien und hab wie so viele von euch schon sehr sehr viele schlimme Dinge gesehen und miterleben müssen.

    Geboren bin ich im schönen Land Tirol (Österreich) in einem der populärsten Skigebiete St. Anton am Arlberg. Anfangs sah alles sehr toll aus, meine Eltern hatten einen sehr gut gehenden Gastbetrieb der wunderbar florierte. Umsätze die alle nur so ins Staunen brachten. Da meine Eltern in der Saisonszeit leider sehr wenig Zeit für ihren kleinen Sprössling hatten verbrachte ich in meinen ersten Lebensjahren sehr viel Zeit bei meinen Großeltern.
    [ hier die ganze Lebensgeschichte von Stefan ]

    Lebensgeschichte von Hartmut
    Ich heiße Hartmut, ich bin Alkoholiker. Meine Karriere als Säufer begann schon sehr früh. Ich wuchs im sozialen Brennpunkt einer Stadt in Hessen auf. Meine Eltern, beide Alkoholiker, konnten mir den Halt nicht geben, den man in einer solchen Wohngegend braucht. Meine Großmutter kümmerte sich um mich; sie war zu Hälfte Zigeunerin. Alkohol und Gewalt prägte unser Wohnviertel. Ich hatte keine großen Probleme dort, da ich sowohl zu den Zigeunern als auch zu den Nichtzigeunern gehörte. Probleme bekam ich nur außerhalb des Viertels, da galten wir alle als asozial.

    Ich wurde zwanzig Jahre nach Kriegsende geboren und die Vorurteile waren groß. Mit sechs Jahren fing ich an zu boxen, da entsprach ich endgültig dem Vorurteil, dass ein Zigeunermischling seine Probleme erst mit der Faust, dann mit dem Messer löst. Meinen ersten Vollrausch hatte ich mit acht. Am Neujahrsmorgen 1974 fand ich im Wohnzimmer den Alkohol, den meine Eltern von der Silvesterfeier übrig gelassen hatten. Ich probierte von jeder Flasche und wachte irgendwann total betrunken im Sessel auf. Die Erwachsenen waren zum Teil entrüstet , dass ich mich in dem Alter so betrinken konnte, der andere Teil fand es lustig und halb so schlimm.
    [ hier die ganze Lebensgeschichte von Hartmut ]

    Lebensgeschichte von Lothar
    Alkohol- und Medikamentenmißbrauch führten mich in die Hölle. Bedingungslose Kapitulation befreiten mich daraus. Meine Lebensgeschichte beschreibt die Hölle des Lebens in der ich mich gefangen hielt, bis ich mich durch bedingungslose Kapitulation daraus befreien konnte.

    Die ersten drei Jahre meines Lebens verbrachte ich in einem Kinderheim bei Freiburg (Schwarzwald). Das Vormundschaftsgericht hatte meinen Eltern das Sorgerecht entzogen, da Vater ständig trank und meine Mutter auf Grund der Trunksucht meines Vaters, der gewalttätig war wenn er trank, sich um die Kinder nicht kümmern konnte. Mein Vater wurde in die Psychiatrie eingewiesen und dort behandelt. In dieser Zeit ließen sich meine Eltern scheiden.
    [ hier die ganze Lebensgeschichte von Lothar ]

 

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